Termine

Navigation

Suchen

STADTMAGAZIN

Kulturwerk am See - Norderstedt - 06.10.2017

Soul, Jazz und Blues mit Ina Forsman

Soul, Jazz und Blues mit Ina Forsman Kulturwerk am See
Kulturwerk am See - Soul, Jazz und Blues mit Ina Forsman
Norderstedt (em) Ina Forsman ist die Frau, auf die alle gewartet haben. Am Freitag, 13. Oktober um 20 Uhr tritt sie im Kulturwerk am See auf. Karten gibt es für 15 Euro zzgl. Vorverkaufs- und Systemgebühr in allen bekannten Norderstedter VVK-Stellen oder unter Tel.: 0 40 / 30 98 71 23.

Vielleicht haben einige sie schon einmal auf Europas Bluesbühnen gesehen, wenn sie die Menge mit ihrer einprägsamen, faszinierenden Stimme betörte. Möglicherweise war sie sogar eine Favoritin, als sie 2014 Finnland bei der European Blues Challenge vertrat, oder jemand erlebte sie bei einem ihrer Gastauftritte mit Guy Verlinde oder Helge Tallqvist. Spätestens jetzt, da sie ihr gleichnamiges Debutalbum bei Ruf Records veröffentlicht und mit dem Blues Caravan 2016 durch die Welt touren wird, ist es Zeit, sie einmal ausführlich vorzustellen.

Ina Forsman ist all das, was großartige Musik früher einmal auszeichnete: Echt, authentisch und mit Texten und Melodien, die von Herzen kommen. Auch Ina Forsman selbst ist genau so, wie eine herausragende Frontfrau sein muss: Geheimnisvoll, ehrlich, leidenschaftlich und gefährlich. Als erstes fällt ihre Stimme auf. Sie ist ohne Zweifel eine der Hauptwaffen aus Inas Arsenal und zugleich das Sahnehäubchen bei den Big Band- und Soul-Blues-Pianoklängen ihrer Herzschmerzsongs.

Im finnischen Helsinki aufgewachsen, hoffte sie immer, dass ihr ihre Stimme neue Türen öffnen würde. „Ich war sechs Jahre alt, als ich das erste Mal sagte, dass ich Sängerin werden will. Als ich sieben war, gab mir meine Tante mein erstes Album von Christina Aguilera. Für mich ist ein großartiger Sänger jemand, der eine kraftvolle Stimme und keine Angst davor hat, sie auch zu nutzen - in all ihren Färbungen und Schattierungen.“ Doch Inas Debutalbum ist weitaus mehr als ihre gottgegebene Stimme. Diese elf Songs sprechen von einer Künstlerin, die den Blues lebt und atmet, die – seit sie 17 Jahre alt ist – auf der Bühne steht und die von der finnischen Harmonica-Legende Helge Tallqvist lernen durfte.

„Durch Helge bin ich erst zum Blues gekommen“, erinnert sie sich. „Er nahm mich mit ins Studio und stellte unsere Band vor ein paar Jahren zusammen. Es gibt nicht genug Worte, um zu beschreiben, wie viel ich von ihm gelernt habe. Über Musik, aber auch über das Organisieren von Gigs, den langweiligen Papierkram und über das Leben überhaupt.“ Die vielleicht wichtigste Lektion, die Ina von ihrem Mentor erhielt, ist, dass Musik Ausdruck der eigenen Persönlichkeit ist. Während ihre frühen Setlists auf Coversongs beruhten, schrieb sie nun für ihr Debutalbum all die Texte selbst und arbeitete an der Musik meist gemeinsam mit Tomi Leino.

„Für mich ist es sehr wichtig, dass meine Musik auch nach mir klingt“, betont Ina. „Es gibt keinen anderen Weg für mich, als die Songs selbst zu schreiben. Nur ich kann meine Geschichten erzählen.“ „In allen Songs geht es um die Liebe und ihre Höhen und Tiefen“, erklärt sie. „Sie haben alle einen Hintergrund und sind daher etwas sehr Persönliches, auch wenn manche etwas ernster und tiefsinniger wirken als andere. Zum Beispiel ist der Song „Pretty Messed Up“ der letzte Liebesbrief an meinen Exfreund und in „Bubbly Kisses“ geht es um Sex im Rausch.“

Was die musikalische Richtung anging, gab es keine Grenzen. „Als ich anfing nach Inspiration für dieses Album zu suchen, sah ich mich überall nach neuer Musik um. Ich ging in Plattenläden, suchte bei YouTube und Spotify, einfach überall, wo ich etwas finden konnte, was ich noch nie zuvor gehört hatte. Vor allem hörte ich mir alte Soul- und Bluesplatten an – Künstler wir Donny Hathaway, Aretha Franklin und Sam Cooke – und so wurde diese Platte zu einem Soul-Bluesalbum. Es kam ganz einfach so, ohne dass ich es so geplant hatte oder versuchte einen bestimmten Stil zu treffen.“

Die Aufnahmen für das Album fanden in den Wire Recording Studios im texanischen Austin statt. Ihr Team bestand aus Laura Chavez und Derek O’Brien (Gitarre), Nick Connolly (Keys/Organ), Russell Jackson (Bass) und Tommy Taylor am Schlagzeug. Zusätzliche Unterstützung gab es von Blues Harp- Spieler Helge Tallqvist, den Bläsern von The Texas Horns und natürlich von Produzent und Saxophonspieler Mark „Kaz“ Kazanoff. „Ich war die ganze Zeit über so glücklich“, erinnert sich Ina. „Die Woche, die ich in Austin verbracht habe, wird für lange Zeit eine meiner liebsten Erinnerungen sein. Ich durfte mit großartigen, talentierten Menschen arbeiten, in einer Stadt, die für mich am anderen Ende der Welt ist. Noch vor kurzem wagte ich nicht einmal, von so etwas zu träumen. Wir haben so hart gearbeitet und mit jedem Tag fühlte ich mich müder – aber ich konnte es auch jeden Tag weniger erwarten, endlich wieder ins Studio zu kommen.“

Und das hört man. In einer Zeit, in der die meisten Bluesalben vom Gitarrensound dominiert werden, verkörpert Inas Album echten Swing mit dem Soul- und Bluessound einer längst vergangenen Ära. Durch Inas besonderen Stil wirkt es aber zugleich modern und das macht die Platte einzigartig. „All meine Lieblingslieder haben Piano- oder Bläseranteile“, erklärt Ina. „Piano und Saxophon sind meine liebsten Instrumente, also war das von Anfang an klar.“ Mit diesem Album im Gepäck und der Aussicht auf Tourneen in Europa und den USA galt Ina als Geheimtipp für 2016. Doch die Sängerin selbst will solche Prophezeiungen lieber ignorieren und den Moment genießen. „Manchmal ist es gut, wenn man sich einfach von der Musik leiten lässt“, überlegt sie. „Mein nächstes Album könnte völlig anders werden – und wird es wahrscheinlich auch. Deshalb ist Songwriting so spannend, denn man weiß nie, woher die nächste Inspiration kommen wird…“

Hinweise zum Konzert:
Erhöhter Abendkassenpreis! Am Tisch im Parkett ist freie Platzwahl. Am Tisch im Parkett wird vor der Veranstaltung und in der Pause Tischservice angeboten.

Foto: ©Hans Lehtinen