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Stadt.Menschen - Henstedt-Ulzburg - 09.09.2019

Mutruf: Angst und Panik am Telefon besiegen

Mutruf: Angst und Panik am Telefon besiegen Stadt.Menschen
Stadt.Menschen - Mutruf: Angst und Panik am Telefon besiegen
HenstedtUlzburg (sw/kv) Chris Gust ist freie Künstlerin und Gründerin des Vereins „Mutruf – einander Halt geben e.V.“ Jahrelang litt sie rund um die Uhr unter Angst und Panikattacken – mit ihrem Telefondienst will sie nun Betroffenen helfen und unterstützen.

„Nachdem ich mich durch meine Angst alleine durchgekämpft hatte, dachte ich mir, dass es doch etwas geben müsste, um anderen zu helfen. Reden hilft und das soll mein Herzensprojekt, der Telefondienst, auch“, erklärt Chris Gust. Jemand der eine Angststörung hat, hat Angst vor den alltäglichsten Dingen, die zum Beispiel durch Stress entstehen. „Diese Menschen befürchten, dass ein gesundheitlicher Supergau eintritt und leiden unter Herzrasen, Schwindel oder einem Gefühl von Unwirklichkeit. Oft fühlen sie sich ganz hilflos und allein und der körperliche Ablauf, der dahinter steht, signalisiert ,ich muss hier raus‘. Die meisten verknüpfen dieses Signal falsch und zu den Panikattacken gesellt sich die Angst vor der Angst, ein immer kleiner werdender und beengender Teufelskreis.“

Um ihre eigene Angst zu bekämpfen, hat sich Chris Gust viel Wissen angeeignet und möchte ihr Wissen zusammen mit ihrem 4-köpfigen Team gerne weitergeben. „Mittlerweile rufen uns nicht nur aktuell Betroffene an, sondern auch ,Fortgeschrittene‘, die uns als Sicherheitsnetz nutzen. Wenn sie wissen, dass ihnen nachmittags eine Situation bevorsteht, bei der sie früher zu Panikattacken neigten, rufen sie uns schon vormittags an. Oftmals lachen wir dann, weil wir die typischen Gedankenmuster ertappen und können dem Ganzen die Schärfe entziehen“, erzählt Chris Gust. Der Mutruf kann vorab oder während einer Panikattacke angerufen und um Rat gebeten werden. „Wir geben den Betroffenen allgemeine Tipps, Entspannungsübungen und erinnern an die Dinge, die man schon erreicht hat. Es ist ein Gespräch von Mensch zu Mensch, wie mit einem Freund, sich auszutauschen, den Betroffenen zu beruhigen, ihm Sicherheit zu geben und nicht alleine zu lassen.“

Im Moment sei die Anzahl an Anrufen pro Tag sehr unterschiedlich. Mal nur fünf, an manchen Tagen sogar 30 Anrufe. „Wir hoffen, dass sich unser Telefondienst weiter verbreitet und Betroffene davon erfahren. Wir wollen uns auch weiter ausweiten und suchen noch Menschen, die bereit sind, nachts oder abends für andere da zu sein.“

„Ich empfehle Betroffenen von Anfang an offen damit umzugehen. Es ist wichtig, dass wir alle füreinander da sind, man sollte sich nicht alleine da durch kämpfen müssen.“

„Ruf uns an“
Montag bis Freitag: 8 bis 20 Uhr
Samstag und Sonntag: 8 bis 14 Uhr
Tel.: 0 41 93 / 750 64 20

Foto: © Sebastian Fuchs
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