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Agentur für Arbeit - Kaltenkirchen - 30.07.2020

Arbeitslosenzahl steigt, aber nicht mehr stärker als im Vorjahr

Arbeitslosenzahl steigt, aber nicht mehr stärker als im Vorjahr Agentur für Arbeit
Agentur für Arbeit - Arbeitslosenzahl steigt, aber nicht mehr stärker als im Vorjahr
Kreis Segeberg (em) Im Kreis Segeberg steigt die Arbeitslosenzahl um 258 Personen oder 3,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit waren im Juli 8.457 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl um 2.059 oder 32,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist von 5,3 im Vormonat auf 5,5 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr hatte sie 4,2 Prozent betragen.

„Der Corona-Ausbruch hat den Arbeitsmarkt ordentlich „durchgeschüttelt“, er befindet sich auf einem ganz anderen Niveau als zuvor. Die Arbeitslosenzahl entwickelt sich aber im Juli erstmals wieder saisonüblich – ohne einen ‚Corona-Aufschlag‘. Der Anstieg in den Sommerferien war zu erwarten, fiel sogar etwas geringer als im Vorjahr aus. Ob der Arbeitsmarkt in den kommenden Wochen in einen Sink- oder weiteren Steigflug geht, hängt vor allem davon ab, wie die Unternehmen ihre Kurzarbeitenden auslasten können. Vor Neueinstellungen steht in vielen Betrieben zunächst der Abbau der Kurzarbeit an", erklärt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

In der Ferienzeit melden sich üblicherweise mehr Personen arbeitslos, während Einstellungen seltener stattfinden. In diesem Juli meldeten sich 618 Menschen aus einer Beschäftigung (Juni: 566) und weitere 337 aus einer Ausbildung oder Qualifizierung (Juni: 258) arbeitslos.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Bereich der Arbeitsagentur weiter gewachsen, während sie aktuell im Jobcenter fast stagniert. Von den insgesamt 8.457 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im Juli 4.216 Personen. Damit stieg die Zahl um 250 gegenüber dem Vormonat. Es waren 1.575 Personen (+59,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 4.241 Arbeitslose registriert. Dies sind acht Personen mehr als im Juni. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 484 Personen oder 12,9 Prozent gestiegen.

Erreichbarkeit / Arbeitslosmeldung
Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter sind weiter online unter www.arbeitsagentur.de oder www.jobcenter.digital und telefonisch erreichbar. Dringend erforderlichen, persönliche Gesprächen finden nur nach Terminabsprache in die neuen Servicebereiche an den Standorten statt.

Die persönliche Arbeitslosmeldung ist weiter ausgesetzt und kann telefonisch oder online erfolgen. Die Identitätsprüfung muss allerdings nachgeholt werden. Dazu bietet die Arbeitsagentur eine datenschutzkonforme Online-Prüfung (Selfie-Ident-Verfahren) der Personalien per Handy oder Tablet über die App des Partnerunternehmens Nect GmbH an ( www.arbeitsagentur.de/selfie-ident ). Rund 3.000 Agenturkunden im Kreis Segeberg erhalten derzeit postalisch eine Anleitung und den entsprechenden Zugang. Wer die Möglichkeit nutzt, muss nicht noch einmal persönlich zur Vorlage seiner Ausweispapiere erscheinen!

Die Personalnachfrage im Kreis Segeberg ist im Ferienmonat Juli leicht rückläufig, vor allem aber zum Vorjahr stark zurückgegangen. Die Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Segeberg 443 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf - 40 weniger als im Vormonat. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn 3.341 freie Stellen gemeldet, dies sind 27,0 Prozent weniger als in den ersten sieben Monaten des Vorjahres.

„Kurzarbeit bewährt sich wieder als gutes Instrument, um Arbeitsplätze zu erhalten und Fachkräfte zu sichern. Einigen Branchen fällt es leichter, die Kurzarbeit wieder zurückzuschrauben, andere werden noch länger Unterstützung benötigen. Unternehmen sollten diese Zeit auch nutzen, um neue Angebote und Perspektiven zu entwickeln, Qualifizierungen durchzuführen oder die Digitalisierung voranzubringen,“ sagt Thomas Kenntemich.

Im Juli zeigten 24 Betriebe neu Kurzarbeit für 392 Arbeitnehmer an. Für die Monate April bis Juli sind damit insgesamt 2.698 Anzeigen eingegangen. Die Unternehmen im Kreis Segeberg meldeten in diesen vier Monaten Kurzarbeit für insgesamt 36.788 Beschäftigte an. Der Höhepunkt lag im April – in diesem Monat gingen 2.100 Anzeigen für rund 28.000 Beschäftigte bei der Arbeitsagentur ein. Schwerpunkte lagen im Handel, Verarbeitenden Gewerbe, Gastgewerbe, im Bau sowie im Gesundheitswesen. Nicht jede zuvor angezeigte Kurzarbeit wird jedoch vollumfänglich umgesetzt und in einigen Betrieben können ehemals Kurzarbeitende inzwischen wieder voll arbeiten. Die tatsächlich realisierte Kurzarbeit wird daher niedriger liegen. Arbeitgeber haben Zeit, innerhalb von drei Monaten nach Monatsende sich das Kurzarbeitergeld erstatten zu lassen. Erst danach stehen detaillierte Angaben zur Verfügung.

Ausbildungsmarkt
Von den Unternehmen wurden bislang 8,7 Prozent weniger Ausbildungsstellen als im Vorjahreszeitraum gemeldet. Damit ist ein Rückgang in diesem Jahr deutlich spürbar. Die aktuelle Zahl der freien Ausbildungsplätze übersteigt jedoch die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden. Allerdings ist auch die Zahl der bekannten Ausbildungsplatzsuchenden zurückgegangen. Zum einen konnte die Berufsberatung durch die entfallene Präsenz in den Schulen und auf Berufsmessen weniger Jugendliche ansprechen, zum andern ist die Neigung zu weiterem Schulbesuch und Studium weiterhin sehr groß.

„Durch Corona kann es in diesem Jahr auf dem Ausbildungsmarkt zu Verzögerungen kommen. Bewerbungsfristen für Schulen und Studiengänge wurden verschoben, viele Ausbildungsbetriebe kämpfen noch mit wirtschaftlichen Unsicherheiten. Auch nach den Ausbildungsstarts Anfang August und Anfang September wird es Angebote geben. Wer auf der Suche ist, sollte jetzt seine Chancen wahren und sich bewerben! Besonders die betriebliche Ausbildung bietet weiterhin hervorragende Zukunftsperspektiven – auch für Abiturienten“, betont Thomas Kenntemich.

Für den Ausbildungsstart in 2020 meldeten sich im Kreis Segeberg bislang 1.302 Ausbildungsplatzbewerber/innen bei der Berufsberatung, dies sind 90 weniger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Von den gemeldeten Bewerbern/innen waren Mitte Juli noch 342 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Die Unternehmen im Kreis haben 1.256 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung aufgegeben, 120 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren im Juli noch 484 unbesetzt, beziehungsweise die Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen.

Im Raum Norderstedt wurden bisher 435 Ausbildungsplätze gemeldet (-55 zum Vorjahreszeitraum). Aktuell sind noch 175 offen. Mit 351 Bewerbern/innen meldeten sich entgegen dem Trend im Kreis 18 mehr als im Vorjahr. Von ihnen waren 112 bislang noch unversorgt. Besonders viele offene Ausbildungsmöglichkeiten bietet der Einzelhandel. Auch im Handwerk werden noch verschiedene Ausbildungsberufe angeboten, selbst in kaufmännischen Berufen gibt es noch Stellen. Die aktuellen Angebote finden sich in der JOBBÖRSE unter www.arbeitsagentur.de oder auch auf den Internetportalen der Kammern.

Beratung
Berufsberatungen finden derzeit überwiegend telefonisch oder online statt. Ausbildungssuchende können unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 Kontakt aufnehmen. Arbeitgeber teilen ihre Bedarfe mit oder stellen Fragen beim Arbeitgeber-Service unter der 0800 4 5555 20.
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