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Agentur für Arbeit - Bad Segeberg - 30.09.2020

Arbeitsmarkt bekommt saisonalen Aufwind

Arbeitsmarkt bekommt saisonalen Aufwind Agentur für Arbeit
Agentur für Arbeit - Arbeitsmarkt bekommt saisonalen Aufwind
Kreis Segeberg (em) Im Kreis Segeberg sinkt die Arbeitslosenzahl um 208 Personen oder 2,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit waren im September 8.122 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind dies 1.999 Personen oder 32,6 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote ist von 5,4 im Vormonat auf 5,2 Prozent zurückgegangen. Vor einem Jahr hatte sie 4,0 Prozent betragen.

„Im zweiten Monat in Folge sinkt die Zahl der Arbeitslosen in unserer Region. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Euphorie ist jedoch nicht angebracht, handelt es sich doch um eine jahreszeitlich übliche Bewegung. Weiterhin befinden wir uns am Arbeitsmarkt auf einem völlig anderen Niveau als vor einem Jahr. Es wird viele Monate dauern, den Zuwachs wieder abzubauen. Die Arbeitsmarktaufhellung setzt ein Zeichen für eine Umkehr des Trends. Jetzt gilt es, sich in der Pandemie weiterhin umsichtig und verantwortungsvoll zu verhalten, um weitere wirtschaftliche Einschnitte zu vermeiden", erklärt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Zu einer Entlastung auf dem Arbeitsmarkt trug auch der Ausbildungsbeginn im September bei. Mit 554 Arbeitslosen begannen mehr eine Ausbildung oder Qualifizierung (August: 460). Die Zahl der Menschen, die sich in eine Beschäftigung abmeldeten, blieb mit 576 ähnlich hoch wie im Vormonat.

„In diesem Jahr ist es schon mehr als 4.000 Menschen im Kreis Segeberg gelungen, eine neue Arbeitsstelle zu finden und ihre Arbeitslosigkeit zu beenden. Trotz Corona eröffnet der Arbeitsmarkt viele Chancen - manche Branchen und Berufe bieten mehr als andere. Es lohnt sich, die persönlichen Möglichkeiten auszuloten, berufliche Alternativen einzubeziehen und notwendige Qualifizierungen anzugehen“, so Thomas Kenntemich.

Von Januar bis September konnten 4.067 Arbeitslose eine beitragspflichtige Beschäftigung aufnehmen. Dies sind rund zehn Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, die Zahl zeigt jedoch auch, dass viele Arbeitssuchen in der Corona-Zeit erfolgreich sind.

Die Arbeitsagentur hat als Folge der Corona-Pandemie einen enormen Anstieg ihrer Kunden um 65 Prozent zum Vorjahr zu bewältigen. Von den insgesamt 8.122 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im September 4.037 Personen. Damit ist die Zahl um 111 gegenüber dem Vormonat gesunken. Es sind 1.591 Personen (+65,0 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet. Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 4.085 Arbeitslose registriert. Dies sind 97 Personen weniger als im August. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 408 Personen oder 11,1 Prozent gestiegen.

Zu den 8.122 Arbeitslosen kamen im September 1.804 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren – z. B. weil sie sich derzeit qualifizieren oder vorübergehend arbeitsunfähig sind. Insgesamt 9.926 Personen befanden sich damit im Kreis Segeberg in Unterbeschäftigung1). Die Unterbeschäftigung ist in den letzten zwölf Monaten um 1.477 Personen gestiegen. Damit liegt sie um 17,5 Prozent höher als im September 2019.

Zum Kreis der Unterbeschäftigten gehören auch die Arbeitsuchenden, die ihre Kenntnisse erweitern, wichtige berufliche Zertifikate erwerben und dadurch ihre Chancen bei der Jobsuche erhöhen. Die Bildungsträger haben sich den besonderen Erfordernissen angepasst und bieten mehr Lerninhalte auch mit digitaler Unterstützung an. Während die längerfristigen Weiterbildungen schon fast wieder auf Vorjahresniveau stattfinden, liegt die Teilnehmerzahl bei Kurzseminaren und Betriebspraktika um 45 Prozent unter dem Vorjahr. Im Kreis Segeberg besuchten im September 464 Menschen eine berufliche Weiterbildung, die durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter gefördert wurde. Weitere 365 nahmen an Kurzqualifizierungen oder betrieblichen Praktika teil.

„Die Personalnachfrage bleibt im September konstant zu den Vormonaten. Das Niveau des Vorjahres werden die Stellenmeldungen nicht mehr erreichen. Arbeitskräfte sind derzeit im Erziehungs- und Gesundheitswesen, Lager, Lebensmittelverkauf und Baugewerbe besonders gefragt. Qualifizierte Fachkräfte bleiben auch in diesen Zeiten in vielen Branchen gesucht“, sagt Thomas Kenntemich. Die Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Segeberg 442 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf - acht mehr als im Vormonat. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn 4.217 freie Stellen gemeldet, dies sind 25,8 Prozent weniger als in den ersten neun Monaten des Vorjahres.

Im September zeigten 12 Betriebe aus dem Kreis Segeberg für 327 Beschäftigte Kurzarbeit neu an. Der Höhepunkt der Anzeigen lag zum Beginn der Corona-Pandemie. In den Monaten März und April hatten 2.256 Unternehmen für 30.472 Arbeitnehmer/innen Kurzarbeit angezeigt.

Teilweise wurde Kurzarbeit vorsorglich angezeigt oder ehemals Kurzarbeitende konnten rasch wieder voll arbeiten. Die tatsächliche Inanspruchnahme der vorab angezeigten Kurzarbeit, lässt sich wegen des speziellen Abrechnungsverfahrens erst mit einem Zeitverzug von mehreren Monaten ermitteln. Die Aprildaten liegen jetzt für die Kreise vor.

Demnach haben im Monat April 1.854 Unternehmen des Kreises Segeberg das Kurzarbeitergeld auch tatsächlich in Anspruch genommen. Dies sind 82 Prozent der anzeigenden Unternehmen. Nur 42 Prozent der gemeldeten Beschäftigten musste im April tatsächlich in die Kurzarbeit gehen. Dennoch bleibt die Zahl von 12.802 abgerechneten Kurzarbeitenden im April von noch nie dagewesener Höhe.

„Nach wie vor bearbeitet eine große Zahl an Mitarbeitenden aus fachfremden Aufgaben mit viel Elan die große Flut an monatlichen Abrechnungen. Das Kurzarbeitergeld wird für uns noch über Monate eine wichtige Großaufgabe bleiben. Vielen Menschen sichern wir weiterhin durch Kurzarbeit ihre Existenzen und den Unternehmen ihre eingearbeiteten Arbeitskräfte,“ erläutert Thomas Kenntemich.
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